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Madrid an einem Tag

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Madrid an einem Tag

Der Tag kann verdammt schnell vorbei sein, gerade wenn man in einer so bezaubernden Stadt unterwegs ist. Die Hauptstadt Spaniens muss man gesehen haben. Es gibt zwar keinen Strand wie in Barcelona und Berge sucht man vergeblich, dafür ist Madrid eine echt schöne und kulturell sehr spannende Metropole, vorausgesetzt man besucht sie weder im Juli noch im August, das wäre ein fataler Fehler. Selbst Spanier flüchten in diesen Monaten aus der Stadt die sich zu dieser Zeit eher wie eine überdimensionierte Herdplatte anfühlt. April bis Juni und September bis Oktober erscheinen mir optimale Reisezeiten.

Die drittgrößte Stadt Europas, direkt nach London und Berlin (ja, Paris ist kleiner, hat mich auch gewundert), ist auch Hauptsitz der spanischen Königsfamilie. Imposant sind auch die großen Avenidas (Prachtstraßen) die sich über das Zentrum verteilen. Im Zentrum befindet sich auch der Start meiner Madrid an einem Tag Tour die ich hier mit euch teilen möchte.

Madrid 24 Stunden, © Christian Kuhn

Madrid an einem Tag, © Christian Kuhn

 

10:00 Uhr, Frühstück, Puerta del Sol

Beginnen möchte ich, an einem Ort der vielen Menschen aus den Medien bekannt ist. Puerta del Sol. Der Platz an dem die Proteste des 15M (quinze de mayo) begannen und die der Beginn einer kleinen Revolution werden sollten. Demzufolge war der Grund für die Proteste und Manifestationen die Krise, die Spanien sehr zugesetzt hat. Deshalb hat Spanien bis heute eine der höchsten Arbeitslosenquoten bei den unter 25-Jährigen in ganz Europa. Ausserdem ist der Platz auch bekannt für die große Tio Pepe Werbung die einen andalusischen Sherry bewirbt. Des Weiteren finde den Platz sehr touristisch und es gibt hier viel zu viele Taschendiebe, also Obacht auf Euer Hab und Gut.

Plaza del Sol, Madrid 2014. © Christian Kuhn

Plaza del Sol, Madrid 2014. © Christian Kuhn

Ein Besuch lohnt sich trotzdem, da sich in der direkten Umgebung eine der besten Pastelerias (Konditoreien) der Stadt befindet, La Mallorquina. Hier kann man ganz vorzüglich frühstücken. Es gibt die Möglichkeit im ersten Stock an einem Tisch zu sitzen und gemütlich den Tag zu beginnen. Im Erdgeschoss ist es eher hektisch, voll und man kann nur am Tresen stehen. Im ersten Stock bezahlt man zwar etwas mehr, jedoch ist man weg von den vielen Touristen, die sich hier mit Süßem und Salzigem eindecken wollen. Wir hatten ein Croissant mit Schinken und Käse und mehrere leckere kleine Küchlein, dazu café con leche (Milchkaffee).

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11:15 Uhr, Plaza Mayor

Nicht weit von der Puerta del Sol befindet sich die Plaza Mayor. Ein imposanter Platz, der aufgrund der Architektur und der heiteren Stimmung einen Besuch Wert ist. Geschichtlich wurde der Platz für viele Zwecke verwendet, Wikipedia sagt, dass er als Marktplatz, Stierkampfarena, Fußballplatz, Theater und für öffentliche Ausstellungen genutzt wurde. Weiterhin findet man hier Straßenkünstler und kleine Touristenläden so wie einen tollen Hutladen.

Madrid 24 Stunden, Plaza Mayor, © Christian Kuhn

Plaza Mayor, © Christian Kuhn

 

12:00 Tapas die Erste im Mercado San Miguel

Der wohl bekannteste und zugleich schönste Markt in Madrid ist der Mercado de San Miguel. Zudem ist der Markt überdacht und somit bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit ein toller Ort um sich kulinarisch weiterzubilden. Neben den gängigen Evergreens der spanischen Küche findet man hier viele neue und moderne Interpretationen von traditionellen Gerichten so wie die Fusion der spanischen Küche mit Spezialitäten aus der ganzen Welt. Unbeschadet dessen ist und bleibt in ganz Spanien die Tapa Omnipräsent.

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Ausserdem ist die Tapa eine der bekanntesten spanischen Kreationen überhaupt. Für diejenigen, die noch nicht Wissen was Tapas genau sind, kommt hier ihre Geschichte. Die gängigste Erzählung wie diese entstanden sind beschreibt, dass die Besucher einer Bar ihre Getränke vor herumschwirrenden Fliegen schützen wollten und dafür einen Bierdeckel benutzten, daher auch der Name Tapa von tapar, was so viel heisst wie zudecken. Mit der Zeit legten die Kneipenbesitzer kleine Snacks darauf und so entstanden die mittlerweile weltberühmten und beliebten Tapas die es ist unzählig vielen Varianten gibt. Im Mercado San Miguel findet man tolle Tapas, zu denen man köstliche Weine  aus ganz Spanien trinken kann.

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13:30 Tapas die Zweite, Metro Antón Martín

Nach einem kleinen Spaziergang erreicht man die Haltestelle Antón Martín. In der Calle Santa Isabel findet man viele kleine Bars und Terrassen, die auch ein großes Angebot an Tapas bieten. Dort wo viele Spanier sitzen ist das Essen meist auch sehr gut. Das kleine Bier, dass dazu getrunken wird, nennt man Caña und wer lieber die spanische Version eines Radlers möchte bestellt eine Clara. Es gibt so viele Tapas, wie es Geschmäcker gibt. Einfach mal schauen, was angeboten wird (meistens an der Bar) und einfach mit dem Finger darauf zeigen. Nach der zweiten Ladung Tapas sollte der Hunger erst einmal gestillt sein.

15:00 Uhr, Siesta, Real Jardin Botanico

Anschließend seit ihr in 15 Minuten Fußmarsch über die Calle de Atocha im Real Jardin Botanico, der Eintritt kostet 4 Euro und für Student_Innen 2 Euro. Je nachdem zu welcher Jahreszeit ihr dort seid, ist der Garten schön grün und lädt zum Entspannen ein. Für einen Spaziergang und etwas Entspannung lohnt sich der Besuch allemal. Im Gegensatz zu Deutschland ist es in Madrid nach dem Mittagessen eher ruhiger. Aufgrund der Siesta haben viele Geschäfte auch bis ca. 17 Uhr geschlossen aber man kann sich im Garten etwas ausruhen und entspannen. Des weiteren befindet sich direkt daneben das Museum El Prado. Kurzum, wer Zeit und Lust auf Kunst statt Siesta hat, sollte sich das Museum nicht entgehen lassen.

Real Jardín Botanico, Madrid 24 Stunden, © Christian Kuhn

Real Jardin Botanico, Madrid 24 Stunden, © Christian Kuhn

Real Jardin Botanico, Madrid 24 Stunden, © Christian Kuhn

Real Jardin Botanico, Madrid 24 Stunden, © Christian Kuhn

 

16:15, Museo Reina Sofia

Apropos Kunst. Das Museo Reina Sofia ist eines meiner Lieblingsmuseen. Der Schwerpunkt des Museums liegt auf der Moderne und zeitgenössischer Kunst. Das Gebäude ist atemberaubend und von den obersten Stockwerken kann man einen Blick über die Stadt erhaschen. Je nach dem, was ausgestellt wird und wie das Interesse ist kann man sich hier stundenlang aufhalten.

Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch – Samstag 10 – 21 Uhr , Sonntag 10 – 14.30 Uhr, Dienstag geschlossen.

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"Museo

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18:30, Vorbereitungen auf den Abend

Falls ihr vom Reina Sofia nach Malasaña wollt, nehmt ihr am besten die U Bahn oder ihr geht zu Fuß, auch das ist möglich, aber man ist eine Weile unterwegs. Mit der Metro bis nach Tribunal und dann zur Calle del Espiritu Santo. Dort gibt es mehrere Cafés mit Terrasse, kleine Kneipen und Läden, in welchen man sich die Zeit bis zum Abendessen vertreiben kann. Wennschon Kaffee dann bitte in einer schönen Umgebung. Kurzum, dies bekommt ihr bei Toma Café. Während man vom Espresso bis zum Flat White so ziemlich alles bekommt, ist der Kaffee hier etwas teurer aber der Besuch lohnt sich allemal.

21:00, Abendessen

Wegen der süßen Kellner und den guten Burgern fanden wir die Plaza de San Ildefonso ganz toll. Das Restaurant Naif  z.B. hat sehr leckeres Essen und bietet auch vegetarische Kost an.

Ab 22:30 bis tief in die Nacht

Um die Plaza de San Ildefonso und der Calle del Espiritu Santo gibt es viele Kneipen, in denen man den Abend ausklingen lassen kann. Wer nochmal etwas Abwechslung möchte, kann in die Plaza del 2 de Mayo laufen, ca. 10 Minuten vom Naif entfernt. Wer lieber schwul-lesbisch-queer weg gehen möchte, der sollte nach Chueca gehen. Chueca ist das Epizentrum des queeren Lebens in Madrid. Infos findet ihr hier.

 

Zwar war das mein Vorschlag für Madrid an einem Tag, doch es gibt tausend andere Möglichkeiten und je nach Interessenlage findet hier jeder seinen Spaß. Zudem ist Madrid eine wirklich tolle und aufregende Stadt und die Menschen sind sehr offen und warmherzig. Noch Fragen? Ihr könnt mir gerne schreiben. Viel Spaß in Madrid.

Madrid 2015. © Christian Kuhn

Meine Freunde und Tapas, 2015. © Christian Kuhn

 

Weitere tolle Orte die man Besuchen kann:

 

Kunst

  1. Casa Encendida: Ein ganzes Gebäude voller Kunst & Kultur. Hier gibt es Ausstellungsräume, Weiterbildungen, Internet und eine tolle Dachterrasse mit einem entspannten Café.
  2. Museo Thyssen Bornemisza, eines der TOP Museen in Madrid. Von früher italienischer Kunst bis Pop Art kann man hier alles sehen.
  3. Fundacion Mapfre bietet zwei Orte mit tollen und vor allem kostenlosen Ausstellungen.

Bars

  1. Azotea Circulo de Bellas Artes: Terrasse mit tollem Ausblick über die Stadt. Maps.

2. Bar Palentino: Ziemlich urige Bar, sieht aus wie Spanien in den 60er/70er Jahren.

Bar Palentino, Madrid 2014. © Christian Kuhn

Bar Palentino, 2014. © Christian Kuhn

 

3. Bar Benteveo: Nahe der Metro Antón Martín. Zum Frühstück oder Abends auf ein Bier.

 

 

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