Andalusien Teil 1: Granada

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Granada, Stadt aus 1001 Nacht

Es ist warm, sonnig und unsere Tapas schmecken verdammt gut. Im Hintergrund hört man das Rauschen des Meeres und das Glück hat jede einzelne Zelle meines Körpers befallen. Wir sind in Andalusien, im südlichsten Spanien. Hier scheint der Sommer ewig zu sein. Traumstrände, atemberaubende Landschaften, leckeres Essen und eine Riesenportion Kultur. 

Playa Bolonia, Cádiz 2015. © Christian Kuhn

Playa Bolonia, Cádiz 2015. © Christian Kuhn

Meine Heimat

Ich habe eine besondere Beziehung zu Andalusien. Meine Mutter kommt aus einem Dorf nahe Granada, eine facettenreiche und romantische Stadt im Herzen der Sierra Nevada. Meine 54-köpfige Familie wohnt da. Seit ich auf die Welt kam, bin ich, bis auf wenige Ausnahmen, zwei bis dreimal im Jahr dort gewesen. Letzten Sommer entschied ich mich dazu eine größere Reise durch Andalusien (Andalusien ist so etwas wie ein Bundesland) zu machen. Am Ende fiel meine Entscheidung auf Córdoba, Sevilla, Cádiz und Granada, wobei wir in Cádiz nur die Strände und nicht die Stadt besucht haben. Was wir auf dieser unvergesslichen Spätsommerreise erleben durften und warum jeder nach Andalusien fahren sollte, erfahrt ihr genau……jetzt!

Madrid-Granada

September 2015. Nach ein paar aufregenden Tagen in Madrid fuhren wir (Meine Freundin Hoang, mein Partner Gauthier und ich) mit dem Bus in Richtung Süden. Da es in Andalusien extrem heiß werden kann, sollte man unbedingt die Monate Juli und August vermeiden. Vor allem in Städten wie Sevilla kann man sich eigentlich nicht ohne Quälerei aufhalten, wenn das Thermometer über 40 Grad Celsius steigt. Unser erster Stop, wenn man den Besuch bei meiner Familie außer Acht läßt, war Granada, die Stadt aus 1001 Nacht. Hier treffen Orient und Okzident aufeinander.

Madrid-Granada by Bus, 2015. © Christian Kuhn

Madrid-Granada by Bus, 2015. © Christian Kuhn

“Gib ihm Almosen Frau! Es gibt doch nichts traurigeres im Leben als ein Blinder in Granada zu sein”

Dieses aus dem Spanischen übersetzte Zitat kann man in der Alhambra in Granada finden und es soll die Schönheit dieses Ortes verdeutlichen. Granada, die letzte spanische Stadt, die von den Mauren bzw. Sarazenen besetzt wurde, bis sie 1492 von den katholischen Königen in der Zeit der sog. Reconquista vertrieben wurden. Diese Tatsache prägt Granada bis heute. Nicht nur an der Architektur erkennt man den Einfluss, auch das Wahrzeichen der Stadt, die Alhambra, zeugt vom Ruhm vergangener Zeiten.

Der Tourismus

Eigentlich bin ich kein Fan davon die bekannten Pfade des Tourismus zu betreten, wenngleich ich der Meinung bin, dass man einige Sehenswürdigkeiten einfach gesehen haben muss. Oft macht es keinen Spaß sich mit tausend anderen Menschen etwas anzuschauen. Bei der Alhambra ist das anders. Man kann sich hier stundenlang aufhalten und staunen. Staunen über die Architektur, die Gärten, die Anlagen und über die Geschichten und Sagen, die sich um dieses Bauwerk ranken. Man kann förmlich spüren wie viele Geschichten sich in dieser einzigartigen Kulisse abgespielt haben. Intrigen, Morde, geheime Liebschaften, quasi eine Telenovela im wahren Leben.

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Alhambra, Granada, 2015. © Christian Kuhn

Alhambra, Granada, 2015. © Christian Kuhn

Blick über die Stadt von der Alhambra aus, Granada 2015. © Christian Kuhn

Blick über die Stadt von der Alhambra aus, Granada 2015. © Christian Kuhn

Alhambra, Granada, 2015. © Christian Kuhn

Alhambra, Granada, 2015. © Christian Kuhn

Palacio de Carlos V, Alhambra, Granada, 2015. © Christian Kuhn

Palacio de Carlos V, Alhambra, Granada, 2015. © Christian Kuhn

 

 

Info Alhambra

Die Eintrittskarten sollte man sich schon vier Monate im Voraus online kaufen, da es nur eine begrenzte Anzahl pro Tag gibt und diese sehr schnell ausverkauft sind. Unbedingt zu empfehlen ist ein Kombiticket für die Alhambra und die Fundación Rodríguez-Acosta, eine aufgrund der besonderen Architektur, der einzigartigen Sammlung und des wunderschönen Blickes über Granada, empfehlenswerte Kunststiftung. Den Link zur Stiftung findet Ihr hier und die Eintrittskarten mit dem Kombiticket gibt es hier.

Fundación Rodríguez-Acosta, Granada, 2015. © Christian Kuhn

Fundación Rodríguez-Acosta, Granada, 2015. © Christian Kuhn

Fundación Rodríguez-Acosta, Blick über Granada 2015. © Christian Kuhn

Fundación Rodríguez-Acosta, Blick über Granada 2015. © Christian Kuhn

 

Mirador de San Nícolas

Eine Stadt wie Granada gibt es kein zweites Mal. Ganz von ihrer Schönheit abgesehen hat die Stadt eine fast perfekte Lage. Sie liegt in den Bergen, doch das Meer ist nur 45 Min. entfernt. Auch im Sommer strömt am Abend eine leichte Brise durch die Stadt so, dass Seele und Geist von der extremen Mittagshitze abkühlen können. Theoretisch kann man am selben Tag Ski fahren und im Meer schwimmen gehen. In Granada habe ich schon spektakuläre Sonnenuntergänge vom Mirador de San Nicolas beobachten dürfen, ein atemberaubender Aussichtspunkt, den man nicht verpassen darf. Von hier aus hat man einen einzigartigen Blick auf die Alhambra und auf einen Großteil der Stadt. Auf dem Weg vom Zentrum zu diesem Aussichtspunkt läuft man ca. 20 Minuten bergauf durch kleine, andalusische Gassen voller pittoresker Häuser und Plätze. Einmal oben angekommen wird man belohnt mit einem der schönsten Ausblicke Spaniens. Mirador de San Nícolas auf Google Maps

 

Mirador de San Nícolas, Granada 2012. © Christian Kuhn

Mirador de San Nícolas, Granada 2012. © Christian Kuhn

 

Granada entdecken

Man sollte nicht den Fehler vieler Touristen begehen, die Stadt nur einen Tag lang zu besuchen. Um Granada zu spüren braucht man Zeit. Das gilt wohl für viele Städte aber die meisten Besucher glauben, dass der Besuch der Alhambra und der Kathedrale die Höhepunkte darstellen. Wer an diesem Punkt aufhört zu erkunden, hat die Stadt nicht verstanden. Wer sich mehrere Tage hier aufhält, wird die eigentliche Magie dieses geschichtsträchtigen Ortes verstehen. Früh am Morgen durch die noch leeren Straßen zu wandern, hinauf zur Alhambra um den Ausblick über der Stadt zu genießen, bevor die Touristenhorden kommen.

Lustwandeln und genießen

Auf einer der vielen Terrassen auf den unzähligen Plazas lässt es sich gut entspannen ( z.B. Plaza de la Trinidad, Plaza de las Pasiegas mit Blick auf die Kathedrale, oder im Cafe Alhambra auf der Plaza de Bib-Rambla ein paar leckere Churros essen) oder einen Kaffee trinken und dazu ein kleines Frühstück (oder einen Pionono zu probieren, ein kleiner Kuchen der aus Granada kommt), durch die vielen kleinen Gässchen wandern (zum Beispiel im Stadtteil Albaicín, ein sehr pittoresker und der vielleicht schönste Stadtteil Granadas) und in einer Téteria (Teestuben im “orientalischen” Stil) einen aromatischen Tee genießen, dazu eine Wasserpfeife rauchen und entspannen.

Cathedral Granada, 2015. © Christian Kuhn

Cathedral Granada, 2015. © Christian Kuhn

Alcaiceria

Wer keine Angst vor Touristenmassen hat, kann einen Blick in die Alcaiceria wagen, kleine Gässchen im orientalischen Stil vollgepackt mit Touriläden. Hier, wie auch in ganz Granada, bitte auf Taschendiebe achten. Vor allem die Frauen, die einem Blumen oder Sträucher geben wollen, sollte man unbedingt vermeiden. 

Alcaiceria, Granada, 2015. © Christian Kuhn

Alcaiceria, Granada, 2015. © Christian Kuhn

 

Pionono, Granada, 2015. © Christian Kuhn

Pionono, Granada, 2015. © Christian Kuhn

Essen in Granada

Last, but not least ist das Thema der Tapas in Granada. Diese bekommt man in der ganzen Stadt kostenlos zu jedem Bier, Wein oder Longdrink dazu. In manchen Orten kann man sich sogar aussuchen welche man haben möchte, doch meist werden diese einfach mit den Getränken an den Tisch gebracht. Neben den Tapas gibt es auch Bocadillos. Bocadillos sind belegte Brötchen in unterschiedlichsten Varianten. Mein liebster Ort um Bocadillos zu essen ist die Bar Aliatar unweit der Plaza Bis-Rambla. Der Laden ist nicht besonders schön, wird mit Neon Lampen beleuchtet und die Gäste werfen ihre Servietten auf den Boden. Das hat erst einmal wenig Glamour, aber dafür ist es ehrlich und unprätentiös. Hier gehen hauptsächlich Einheimische essen und das Preis-Leistungsverhältnis ist der Hammer.

Konditorei El Sol

Eine weitere Institution ist die Konditorei El Sol. Hier bekommt ihr vom Pionono bis zum Eclair die leckersten Küchlein in der ganzen Stadt. Schon als meine Mutter ein Kind war, ist sie mit ihrer Familie zu dieser Konditorei gekommen, um sich mit süßen Sünden einzudecken.

Pasteleria El Sol, Granada 2015. © Christian Kuhn

Pasteleria El Sol, Granada 2015.
© Christian Kuhn

Zum Schluss

Ich hoffe, ich konnte euch von Granada begeistern. Der Puls dieser Stadt, die Menschen, das Essen, die Kultur, die Geschichte und die Schönheit sind Gründe um sie zu besuchen. Ich verspreche euch, nicht enttäuscht zu werden. Lasst euch treiben, verliert euch in den vielen Gassen, lasst euch die Sonne ins Gesicht scheinen und genießt die vielen Leckereien, die dieser Ort zu bieten hat. Sucht euch eine schöne, typische Wohnung im Albaizín via Airbnb oder ähnlichen Seiten und lebt in direkter Nachbarschaft mit den freundlichen Menschen, die hier leben. Lasst euch treiben und verzaubern von dieser einzigartigen und geheimnisvollen Stadt und traut euch ruhig jenseits der Touristenpfade auf Entdeckungstour zu gehen.

Mirador de San Nícolas, Granada 2012. © Christian Kuhn

Mirador de San Nícolas, Granada 2012. © Christian Kuhn

 

Weitere Restaurants/Bars

  1. Bar Casa Julio: Kleine Taverne die vor allem Fisch serviert. Leckere tapas und der Geheimtipp der Einheimischen.
  2. Los Manueles: Tapas oder ganze Gerichte. Etwas laut und stressig aber auch typisch. Kellner sind etwas eigen. Das Essen ist jedoch mega lecker!
  3. Eis, Eis Baby! Los Italianos stellt das beste Eis der Stadt her. MEGA LECKER! Das Turrón Eis ist mein Favorit.
  4. Piononos La Isla: Hier bekommt man die besten Piononos der Stadt.

Flamenco

  1. Le Chien Andalou: Noch nicht so touristisch und mit tollen Musikern und Tänzern. Absoluter Geheimtipp!

Téteria

  1. Abaco: Eine tolle Téteria mit Blick auf die Alhambra.

 

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