Paris an einem Tag

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Paris je t’aime

Als ich zum ersten Mal nach Paris kam, war ich 16 Jahre alt. Ich verliebte mich so sehr in diese Stadt, dass ich bis zum heutigen Tage schon sieben Mal zurückkehren musste. Paris mit seinen kleinen Cafés, den schönen Geschäften, den großen Straßen und Plätzen, den alten und imposanten Bauten und dem Reichtum an Kunst und Kultur. Immer wenn ich hier bin entdecke ich Neues, berausche mich an allem was diese Stadt mir bietet  und erlebe Sie aus einer völlig neuen Perspektive. Dieser Ort in ein Kaleidoskop für die Sinne. Mir bleibt nur eines zu sagen: Paris, ich liebe Dich.

 

Blick aus dem Centre Pompidou, Paris 2015. © Christian Kuhn

Blick aus dem Centre Pompidou, Paris 2015, © Christian Kuhn

Serge Gainsbourg & Dalida

“Rues de mon Paris que vous êtes jolies
Même sous un ciel un peu gris
Tous vos noms charmants sont de vraies poésies“

Paris, die Schönste

Paris wurde oft besungen, gemalt, gefilmt, fotografiert und beschrieben. Schon immer war die Hauptstadt Frankreichs ein Magnet für Kreative und Bohemiens. Die größten Künstler der Moderne lebten in Paris aber auch heute ziehen junge Menschen dorthin um sich von Ihrer Schönheit und Vielfalt inspirieren zu lassen. Das kulturelle Angebot gehört wohl zu den besten der Welt und auch kulinarisch hat Paris noch immer das Zepter in der Hand, weltweit.

An einem Tag

Ein Tag ist definitiv zu wenig um Paris zu erkunden. Mein kleiner Guide soll eine Hilfestellung sein, er soll Euch aufzeigen, wie man in kurzer Zeit einen tollen Tag hier verbringen kann. Anspruch für meine Serie “… an einem Tag” ist es, eine gute Mischung zwischen dem allgemeinen touristischen Angebot und den Orten die von Einheimischen besucht werden, zusammenzustellen. Paris ohne den Besuch einiger Wahrzeichen würde sich nicht richtig anfühlen. Sich ständig mit Touristenmassen durch überteuerte Orte zu bewegen wäre aber auch nicht das “echte” Paris. Ich zeige Euch in diesem Artikel die Orte, die ich kenne, liebe und zu denen ich immer wiederkehre. Um Euch auf Paris einzustimmen, habe ich am Ende dieses Artikels einen Soundtrack, den ich auf Spotify zusammengestellt habe, zur Verfügung gestellt. Auf ins Abenteuer.

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09:00 Uhr, Frühstück

Damit der Tag entspannt beginnt empfehle ich, dass Ihr Euch in eurer Nachbarschaft etwas umschaut und in eines der vielen charmanten Pariser Cafés begebt und dort frühstückt. Von A nach B zu kommen dauert in Paris seine Zeit. Ohne Frühstück möchte ich Euch das nicht zumuten.

Aux Petits Oignons, Paris 2015. © Christian Kuhn

Aux Petits Oignons, Paris 2015, © Christian Kuhn

 

10:30 Montmartre

Das ehemalige Epizentrum der Bohème, kultigster Ort in ganz Paris und mittlerweile wohl auch einer der touristischsten und teuersten der ganzen Stadt. Trotzdem muss man hier gewesen sein, muss durch die kleinen Gassen schlendern und sich den wunderbaren Ausblick über die Stadt von Sacré-Cœur aus anschauen. Vorsicht ist hier geboten, da es viele Taschendiebe gibt. Ganz in der Nachbarschaft der weißen Basilika befindet sich das Dalida Denkmal

Sacré-Cœur de Montmartre, Paris 2015. © Christian Kuhn

Sacré-Cœur de Montmartre, Paris 2015, © Christian Kuhn

Montmatre, Paris 2015. © Christian Kuhn

Montmatre, Paris 2015. © Christian Kuhn

Montmartre, Paris 2015, © Christian Kuhn

Dalida war eine der bekanntesten und kommerziell erfolgreichsten Sängerinnen Frankreichs. Nach einem turbulenten Leben mit mehreren Partnern, schoss sich Ihr Freund Luigi Tenco nach einem Musikwettbewerb in den Kopf und verstarb. Danach litt sie unter Depressionen und beging am 03. Mai 1987 in Ihrer Wohnung in Montmartre Selbstmord durch die Einnahme von Schlaftabletten. In Ihrem Abschiedsbrief schrieb sie: „Das Leben ist mir unerträglich geworden – vergebt mir.“ Das Denkmal, das in der Nähe Ihrer ehemaligen Wohnung steht, zeigt eine Büste der Kultsängerin. Wenn man dort ist, fasst man an Ihre Brüste, das soll Glück bringen. Keine Ahnung wer sich das ausgedacht hat, aber mir wurde das von Einheimischen so erklärt.

Dalida Denkmal, Montmatre, Paris 2015. © Christian Kuhn

Dalida Denkmal, Montmartre, Paris 2015, © Christian Kuhn

12:00 Palais de Tokyo

Das Museum für zeitgenössische Kunst befindet sich in einem imposanten, neoklassizistischen Bau im 16 Arrondissement. Immer wieder holt sich das Museum die weltweit interessantesten, jungen wie auch etablierten Künstler ins Haus. Im Schnitt kann man sich 3-4 Ausstellungen anschauen und somit mehrere Stunden hier verbringen. Bei schönem Wetter kann man zudem auf der Terrasse des Museums einen Drink einnehmen und sich etwas ausruhen bevor man sich wieder aufmacht, die Stadt zu erkunden. Hier gehts zur Homepage.

Öffnungszeiten: Mi-Mo: 12:00 – 00:00, Dienstag Ruhetag.
An folgenden Feiertagen ist das Museum geschlossen:
1 Januar, 1 Mai und 25 Dezember.
Am 24 und 31 Dezember schließt das Museum bereits um 18 Uhr.

 

Palais de Tokyo, Paris 2015. © Christian Kuhn

Palais de Tokyo, Paris 2015. © Christian Kuhn

Palais de Tokyo, Paris 2015, © Christian Kuhn

Für den weiteren Verlauf Eures Tages habe ich nun zwei Optionen zusammengestellt. Egal für welche der beiden Ihr Euch entscheidet, Ihr werdet kulinarische Rauschzustände erleben.

14:30 Uhr : Option 1: Le Marais & Centre Pompidou

Le Marais ist ein sehr belebtes, sehr schön erhaltenes, gentrifiziertes Stadtviertel. Es zeichnet sich durch eine große Offenheit für Menschen aller Couleur aus, ist das Epizentrum queeren Lebens und man findet hier viele der besten Einkaufs- und Delikatessenläden, Pâtisserien und Restaurants der Stadt.

Le Marais, Paris 2015. © Christian Kuhn

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Le Marais mit Pariser Freunden, 2015. © Christian Kuhn

Le Marais, 2015, © Christian Kuhn

Als ersten gastronomischen Tipp empfehle ich das Au Petit Fer à Cheval. Das kleine und sehr charmante Bistrorant ist sowohl Bar, Café als auch Restaurant. Der Speiseraum ist recht klein aber dafür ist das Essen ganz groß. Die Preise sind für Paris moderat und wenn man zuvor einen Tisch reserviert (unbedingt zu empfehlen) dann wird man hier mit typisch französischen Gerichten verzaubert. Für Vegetarier und Veganer gibt es hier wenig Auswahl. Allen Fleischessern empfehle ich das Filet Mignon für knapp 24 Euro.

Filet Mignon im Au Petit Fer à Cheval, Paris 2015. © Christian Kuhn

Filet Mignon im Au Petit Fer à Cheval, Paris 2015, © Christian Kuhn

Für Vegetarier und Veganer empfehle ich unbedingt das L’As du Fallafel. Die Fallafel war sehr lecker und preislich ist sie unschlagbar günstig für Pariser Verhältnisse.

Wer auf Süßes steht, wird nach dem Genuss von Pierre Hermé´s Maccarons auf die Knie gehen. Neben den klassischen Sorten die man kennt, werden hier auch verrückte Geschmackskombinationen kreiert die mich sehr überrascht aber völlig überzeugt haben wie z.B. Milchschokolade-Passionsfrucht oder Pistazie-Himbeere. Für mich ein MUSS, wenn man im Marais unterwegs ist. Direkt gegenüber ist das Eisgeschäft Un Glace à  Paris Was soll ich sagen, das Eis ist einfach unglaublich lecker. Wer Eis mag, sollte unbedingt herkommen und sich durch die vielen Sorten durchprobieren.

Pierre Hermé, Le Marais, Paris 2015. © Christian Kuhn

Pierre Hermé, Le Marais, Paris 2015. © Christian Kuhn

Pierre Hermé, Le Marais, Paris 2015, © Christian Kuhn

Un Glace a Paris, 2015. © Christian Kuhn

Un Glace a Paris, 2015, © Christian Kuhn

Ein kleiner Spaziergang durch das jüdische Viertel lohnt sich. Kleine Touri-Läden, Bäckereien und pittoreske Gassen laden zum Schlendern ein. Besonders mochte ich die urige Bäckerei-Konditorei Murciano.

Murciano, Paris 2015. © Christian Kuhn

Murciano, Paris 2015, © Christian Kuhn

Nach dem Fressmarathon wird es nun Zeit für Kunst. Zu Fuß geht es nun ins berühmte Centre Pompidou. Neben den besten zeitgenössischen Künstler_Innen kann man hier einen schönen Blick über die Stadt genießen (das Foto mit dem Stadtblick ist das erste in diesem Artikel).

Centre Pompidou, Paris 2015. © Christian Kuhn

Centre Pompidou, Paris 2015. © Christian Kuhn

Centre Pompidou, Paris 2015, © Christian Kuhn

 

Option 2: Gâteaux Thoumieux – Eiffelturm – Spaziergang an der Seine

Auch die zweite Option beginnt mit etwas Süßem. Ein Klassiker der französischen Süßspeisen ist die Tarte au Citron. Eine der schönsten aber auch leckersten Versionen bekommt man bei Gâteau Thoumieux. Wer nicht auf Zitrone steht, hat hier jede Menge Auswahlmöglichkeiten von schokoladig bis fruchtig. 

Gateaux Thoumieux, Paris 2015. © Christian Kuhn

Gateaux Thoumieux, Paris 2015. © Christian Kuhn

 

Gateaux Thoumieux, Paris 2015. © Christian Kuhn

Gâteaux Thoumieux, Paris 2015, © Christian Kuhn

 

Ich empfehle den Kuchen einpacken zu lassen und ca. 10 Minuten Fußmarsch in Kauf zu nehmen, um diesen dann mit Blick auf den Eiffelturm genießen zu können. Ein unschlagbarer “Paris-Moment”.

Tarte au Citron vor dem Eiffelturm, Paris 2015. © Christian Kuhn

Tarte au Citron vor dem Eiffelturm, Paris 2015, © Christian Kuhn

Eines meiner liebsten Tätigkeiten in dieser Stadt ist ein Spaziergang entlang der Seine. Eine schöne Strecke ist die vom Eiffelturm bis zum Pont des Arts oder dem Pont Neuf und der Ile de la Cite. Neben den imposanten Brücken sieht man hier viele alte Gebäude und Parks. Unbedingt zu empfehlen sind die Tuilerien, ein weitläufiges Parkgelände das zum Entspannen einlädt.

Entlang der Seine, Paris 2015. © Christian Kuhn

Entlang der Seine, Paris 2015, © Christian Kuhn

Parkgelände am EIffelturm, Paris 2015. © Christian Kuhn

Parkgelände am Eiffelturm, Paris 2015, © Christian Kuhn

 

18:00 Canal St. Martin

Es ist Zeit für einen Apéro. Eine Tradition die eigentlich alle Franzosen gerne und sehr regelmäßig vollziehen. Apéros können unterschiedlich aussehen. Am typischsten ist es, wenn man alkoholische Getränke und ein paar Knabbereien mit seinen Freunden oder der Familie einnimmt. Das kann vor oder nach dem Essen sein oder einfach wenn man Lust und Laune dazu hat. Mein Lieblingsort um dieses zu vollziehen ist der Canal St. Martin. Hier sind üblicherweise eine Menge Pariser, die nach Feierabend oder am Wochenende mit Ihren Freunden_Innen entspannen. Essen und Trinken gibt es in einem der Supermärkte in der näheren Umgebung.

Canal St. Martin, Paris 2015. © Christian Kuhn

Canal St. Martin, Paris 2015. © Christian Kuhn

Canal St. Martin, Paris 2015, © Christian Kuhn

 

Ab 22:00 Péniche Antipode

Ganz in der Nähe des Canal St. Martin befindet sich die Schiffsbar AntipodeUm den Tag ausklingen zu lassen, kann man hier noch ein paar Getränke einnehmen und das Pariser Nachtleben genießen. Für alle Feierwütigen gibt es am Ende dieses Artikels noch ein paar Tipps wo man zu später Stunde noch seinen Spaß haben kann. Ich hoffe, ich habe Euch Lust auf diese wahnsinnig aufregende Stadt gemacht. Paris, die Stadt der Liebe, ein unbedingtes Muss auf jeder Reiseliste. Und wenn euch der Artikel gefallen hat dann bitte sharen und liken. Viel Spaß beim Entdecken. À bientôt!

Péniche Antipode, Paris 2015. © Christian Kuhn

Péniche Antipode, Paris 2015, © Christian Kuhn

Bassin de la Villette, Paris, 2015. © Christian Kuhn

Bassin de la Villette, Paris, 2015, © Christian Kuhn

 

Weitere Orte die ich empfehle:

 

Bar/Cafe/Essen
24est: Tolle Terrasse an warmen Tagen
Bar Martin: Leckere Tapas und Drinks zu moderaten Preisen
Ours Bar: Entspannte Bar um sich mit Freunden auf ein Bier zu treffen

Le Château d’EauBei Einheimischen beliebte Bar
Aux Folies: Tolle Bar für ein Bierchen, meist sehr voll
Le Refectoire: Burger & Fusion Food
Aux Petits Ognions: Mein Lieblingscafé in Paris
Brasserie Bouillon Chartier Typisch französische Brasserie

Kunst & Kultur
104: Kulturzentrum mit unterschiedlichen Veranstaltungen
Petit Palais: Wunderschönes Museum. Antike bis Mittelalter. Großartige Sammlung.
Musée d´Orsay: Riesiges und wunderschönes Museum. Wechselnde Ausstellungen so wie eine einzigartige Sammlung.
Galerie Chantal Crousel: Eine spannende Galerie im Le Marais Viertel

Party, Tanzbar & Konzerte

Rex Club: Club mit unterschiedlichen Partys
La Java: Veranstaltungsort für Konzerte & Club
Punk Paradise: Bar, Veranstaltungsort & Club
Le Glazart: nur im Sommer
La Concrete: Party Party Party

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Metro Station, Paris 2015. © Christian Kuhn

 

City Soundtrack Paris

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