0%

Japan Tokio Teil 2: Rikugi-en, Akihabara, Gancon Noodles, Tsukiji Fisch Markt & Nakagin Capsule Tower

10

Bis zum heutigen Tag habe ich noch nicht alles fassen können was ich in Japan erlebt habe. Während ich diesen Artikel schreibe, sitze ich am Atlantik und rufe mir all die bunten und schrillen Erinnerungen an meine Zeit in Tokio wach. Tokio, Megametropole. Tokio, Stadt der tausend Farben und Gesichter, kulinarisches Füllhorn und auch Stadt des Konsums und der vollen Einkaufsstraßen. So zumindest mein erster Eindruck, als ich in die Stadt kam (Siehe auch Teil 1 meiner Japan Reportage). Doch ein Ort lehrte mich, dass Tokio auch ganz anders kann. Leise und ausgeglichen, sanft und grafisch, irgendwie surreal und vor allem unglaublich schön, der Rikugi-en Park.

Rikugi-en Park, Tokio, 2016, © Christian Kuhn

Zwischen ZEN und fiesen Mücken: Der Rikugi-en Park

Eine schwere Hitze liegt über Tokio, als wir uns auf den Weg in Richtung Rikugi-en Park machen. Langsam lichtet sich der Himmel vom Grau, das den ganzen Morgen über uns hing. Verschwitzt und etwas müde von den vielen Kilometern, die wir die letzten Tage zu Fuß hinter uns gebracht haben. Saftiges Grün, das leise zirpen der Zikaden. Vor uns breitet sich eine Parklandschaft wie aus dem Bilderbuch aus. Alles wirkt grafisch und bis ins kleinste Detail auserwählt. Das Auge ruht immer wieder und beruhigt Körper und Geist. Der Park wurde in Anlehnung an das Prinzip der Waka-Dichtkunst aufgebaut (siehe auch: Wikipedia).

Rikugi-en Park, Tokio, 2016, © Christian Kuhn

Langsamen Schrittes bewegen wir uns durch diese großstädtische Oase, diesem Zufluchtsort, der uns für eine Weile von dem Lärm, den vielen Menschen, dem Konsum und dem Verkehr beschützt. Der Rikugi-en Park ist Zucker für unsere Seele. Jeder Baum, jede der kleinen Brücken, jeder Teich gefüllt mit Koi Karpfen erfüllen bis ins kleinste Detail die positiven Klischees, die man von japanischen Gärten hat. Nach ca. 2 Stunden Lustwandeln und ein paar unangenehmen Begegnungen mit Moskitos (vor allem in schattigen Bereichen, deshalb IMMER mit Mückenschutz in die Parks!), verlassen wir tiefenentspannt und etwas hungrig diesen Ort der Stille und Gelassenheit.

Rikugi-en Park, Tokio, 2016, © Christian Kuhn

Hohe Kochkunst in kleiner Küche: Gancon Noodles

Auf der Suche nach gutem Essen in der Nähe des Rikugi-en Parks wurden wir sehr schnell fündig. In Erwartung ein gutes Gericht serviert zu bekommen; die vielen positiven Kommentare im Netz waren jedenfalls sehr anregend, bestellten wir uns unterschiedliche Dinge. Ich entschied mich an diesem Tag für die Soba Nudeln, was die beste Entscheidung war. Wer meinen Blog verfolgt der weiß, dass ich Essen liebe. Das schöne am Entdecken von neuen Gerichten ist, dass man geschmacklich komplett neu stimuliert werden kann. Dies geschieht nicht oft, aber wenn es mal passiert, dann explodieren die Geschmacksnerven förmlich. So geschehen bei Verzehr dieser auf höchstem handwerklichen Niveau hergestellten Soba Nudeln.

 

Gancon Noodles, Tokio, 2016, © Christian Kuhn

Die perfekt gegarten Buchweizen Soba umringt von einer würzig-salzigen Soße, knackigen Frühlingszwiebeln, gegrilltem Fleisch und dem warmen Abgang des Chilis, wenn dieses Gericht ein Lied wäre, dann ein perfekt harmonisches, eines das tief in Dich hinein geht und von innen mit einer wohligen Wärme füllt. Hier schmeckt man die Tradition und Liebe heraus die, die Japaner bei der Perfektion ihrer Zubereitungen bis ins kleinste Detail in die Kochkunst einfließen lassen.

 

Lauter. Bunter. Akihabara.

Nerd, Geeks, Videospiele-, Manga- und Technikfans, ihr habt ein Zuhause, es ist in Tokio und heißt Akihabara. Bunter, schriller, farbiger, niedlicher, übertriebener, so könnte man dieses Viertel Tokios zusammenfassend und oberflächlich beschreiben. Akihabara ist aber viel mehr, es ist eine Art Schmelztiegel für die japanische Popkultur, es ist Retro und auch Innovation. Man kann sich hier stundenlang verlieren in Videospielwelten, Manga Shops, Mate Coffee Shops, Elektronik Märkten, zwielichtigen Läden, die irgendwo zwischen süßem Getue und prostitutions ähnlichem Angebot jonglieren.

 

Unser Fokus lag aber definitiv auf den Videospielen. Alles, was ich aus meiner Kindheit kannte egal ob Sega, Nintendo, Sony etc., war hier im Angebot. Es ist eine bunte Glitzerwelt, in der man sich sehr schnell verlieren kann. Immer wieder sehen wir Menschen die alleine vor den Maschinen sitzen und sich in Ihre digitale Welt flüchten. Wir hatten definitiv unseren Spaß dort, haben eine Tanzmaschine und ein Gruppenspiel ausprobiert, bei dem wir uns schlapp gelacht haben. Ich denke, dass der Besuch dieses Viertels unbedingt zu empfehlen ist wenn man sich für diese Dinge interessiert.

Der große Tümmler: Der Tsukiji Fisch Markt

Zugegeben, ich bin kein großer Fan von Fisch oder Meeresfrüchten. Dies führt oft zu völligem Unverständnis, sei es bei meiner spanischen Familie, bei meiner Schwiegermutter, die direkt am Atlantik in Frankreich lebt oder bei vielen Freunden, die sich ein Leben ohne Fisch einfach nicht vorstellen können. Trotz meiner nicht vorhandenen Liebe zum Konsum von MeeresbewohnerInnen musste ich den berühmten Tsukiji Fisch Markt besuchen. Nicht nur weil dieser in jedem Japan Reiseführer als absolutes MUSS aufgezählt wird, sondern auch ob der visuellen Entdeckungsreise die man an diesem Ort absolvieren kann.

Tsukiji Fisch Markt, Tokio, 2016, © Christian Kuhn

 

Anders als viele Touristen haben wir uns nicht um 2 Uhr aus dem Bett gequält, uns in eine der recht schnell ausgebuchten Touren eingetragen, nur um dabei zu sein, wenn der Fisch für große Summen versteigert wird. Nein, wir sind ganz entspannt am Vormittag dort hin, haben uns ins Getümmel geschmissen und uns vom Takt des Fischmarktes treiben lassen. Alles in allem eigentlich keine soooooo große Sache. Visuell ist das Ganze aus meiner Sicht eine ganz interessante Sache. Der Markt hat über die Jahre seine ganz eigene Patina entwickelt und auch die Menschen die hier arbeiten kümmern sich nicht wirklich darum, dass Horden von Touristen durch die kleinen Gässchen ziehen, um ihre Fotosammlung anzureichern.

Tsukiji Fisch Markt, Tokio, 2016, © Christian Kuhn

 

Eingekappselt: Nakagin Capsule Tower

Wenn man schon mal in der Nähe ist, sollte man sich, falls man sich für Architektur interessiert, das etwas in die Jahre gekommene Wohn- und Bürogebäude Nakagin Capsule Tower anschauen. Die Idee des Architekten Kisho Kurokawa war es, ein Gebäude mit austauschbaren und vorfabrizierten Modulen in Japan zu gestalten, die exakt die Größe von 2,3 m × 3,8 m × 2,1 m haben. Das Gebäude befindet sich im Viertel Ginza und ist zu Fuß in ca. 15 Minuten vom Fisch Markt zu erreichen.

 

Nakagin Capsule Tower, Tokyo 2016, © Christian Kuhn

 

Dies war der zweite Teil meiner Japan Reportage mit dem Schwerpunkt Tokio. Ich hoffe auch dieser hat Euch gefallen. In den kommenden Tagen folgt der dritte Teil der sich unter Anderem mit einem Besuch in einem japanischen Onsen beschäftigt. Ich freue mich auf Eure Kommentare, Fragen, Kritik und Likes. Danke fürs Vorbeischauen und bis bald!

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen