0%

Dear John Eine fotografische Arbeit von Felix Schmitt

0

 

Dear John – Eine fotografische Arbeit von Felix Schmitt

Wie zerrissen die USA ist, wurde im Wahlkampf sehr deutlich. Das Land sah sich gespalten zwischen den verschiedenen Lagern, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Der Fotograf Felix Schmitt reiste für seine Arbeit Dear John bereits zu Beginn des Wahlkampfes in die USA, genauer in die Gegend um den Bible und den Rust Belt, in welchen vorwiegend weiße AmerikanerInnen leben die zudem meist arm und religiös geprägt sind. Dort machte er Bilder, die viel über die dortige Gesellschaft erzählen, die irgendwo zwischen Nostalgie, Patriotismus, Football und religiösem Glauben lebt.

Wie und warum es zu seiner Arbeit “Dear John” kam und wie seine Sicht der Dinge auf die Zerrissenheit der USA ist, erklärte mir Felix Schmitt im Interview.

Dear John, © Felix Schmitt

Das Dinky Diner ist das einzige Restaurant in Decateur City, Iowa. In der Kleinstadt leben 180 Menschen. © Felix Schmitt

 

Christian Kuhn: Hast Du fotografischer Vorbilder, die dich inspiriert oder geprägt haben?

 

Felix Schmitt: Im Zuge meiner Abschlussarbeit gehörte es dazu sich abzugrenzen und zuzuordnen und bezogen auf diese Arbeit (Dear John) gibt es Vorbilder die nicht von der Hand zu weisen sind wie Steven Shore oder Alec Soth von dessen Arbeit ich ein riesen Fan bin, woraus aber auch immer die Gefahr erwächst, die Grenze zwischen Nachahmung und der eigenen Arbeit zu überschreiten. Er selbst hat so etwas gesagt, wie das die Geschichte der Fotografie auch der Zeichensatz der Fotografie ist und um eine Sprache zu beherrschen muss man die Zeichen lernen. Zudem sollte man sich nicht dafür schämen einen Dialekt zu haben, im Sinne von “Es war alles schon einmal da und man kann sich daraus ruhig bedienen”. Vom Grundansatz her auch Robert Frank. Du kannst nicht alleine mit dem Auto quer durch die USA fahren ohne Dich damit auseinanderzusetzen was Robert Frank als Erster und am besten gemacht hat. Die Drei würde ich als Vorbilder nennen.

Dear John, © Felix Schmitt

Kerye, 28 arbeitet als Kellnerin im Dinky Diner in Decateur City, Iowa. Sie hält sich und ihre zwei Kinder mit zwei weiteren Jobs über Wasser. © Felix Schmitt

Dear John, © Felix Schmitt

In Eagleville, Missouri gibt es direkt an der Bundesstaatsgrenze zu Iowa zahlreiche Feuerwerksgeschäfte in Supermarktgröße. Der Verkauf in Iowa ist bis auf einige Tage im Jahr illegal, im Missouri jedoch das ganze Jahr über erlaubt. Dear John, © Felix Schmitt

 

“Du kannst nicht alleine mit dem Auto quer durch die USA fahren ohne Dich damit auseinanderzusetzen was Robert Frank als Erster und am besten gemacht hat.”

 

Christian Kuhn: Wie entstand die Idee zu Deiner Arbeit “Dear John”?

Felix Schmitt: Die Motivation, die am Anfang steht, ist älter als mein fotografisches Leben. Es geht um eine Faszination für das Land aber auch durch direkte Konfrontation. Meine Mutter war Stewardess und hat mich relativ früh in die USA mitgenommen. Ich war schon mit vier oder fünf Jahren an abgefahrenen Orten. Sie empfand das als wichtig mich diesbezüglich frühkindlich zu prägen und zu sagen: “Schau mal, die Welt ist groß.” In meiner kindlichen Erinnerung war es so, dass die Dinge, die Sie aus den USA mitbrachte größer, besser und irgendwie auch toller waren. Ich war als Kind ziemlich begeistert von den USA. Weiter ging ich auf eine Schule mit bilingualem Anteil so, dass ich einige Fächer in englischer Sprache hatte, immer mit britischer oder US amerikanischer Themensetzung: Gesundheitssystem, politisches System etc.. Die Fotografie tat dann den Rest.

Dear John, © Felix Schmitt

Cowboys treiben bei einer Viehauktion in Ogallala, Colorado Vieh von den Boxen im Außenbereich in die Auktionshalle. Dear John, © Felix Schmitt

Dear John, © Felix Schmitt

Die ‘Beetdiggers’, die Footballmanschaft der Brush Highschool in Colorado warten auf den Beginn eines Heimspiels in ihrem Stadion. Die Spieler sind zwischen 14 und 17 Jahren alt. © Felix Schmitt

Dear John, © Felix Schmitt

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Rand Paul stellt sich bei einer Wahlkampfveranstaltung in Denver, Colorado den Fragen der Journalisten. © Felix Schmitt

Dear John, © Felix Schmitt

Eine amerikanische Flagge im Vorgarten eines Hauses in Fort Morgan, Colorado. © Felix Schmitt

Zudem war ich völlig begeistert über Arbeiten wie Robert Frank’s “The Americans”. Dies war auch mein zweites Fotobuch. Irgendwann kamen Stephen Shore und Alec Soth dazu und somit hat sich das alles verdichtet bis die Idee aufkam, etwas Eigenes zu machen. Da ich im Thema war und glaubte relativ viel darüber zu wissen, entschied ich mich dazu in die USA zu reisen und mir mein eigenes Bild zu machen. Ein Jahr lang reifte dieser Gedanke in mir und als der Wahlkampf immer näher rückte, nahm das Projekt gestalt an, inspiriert von Alec Soth’s Arbeit “The last 100 Days of W”. Diese Idee fand ich großartig. Ich wandelte das Ganze etwas ab und verortete meine Arbeit im Vorwahlkampf, dies sollte als Brücke für mein Projekt dienen.

“In meiner kindlichen Erinnerung war es so, dass die Dinge, die Sie aus den USA mitbrachte größer, besser und irgendwie auch toller waren.”

 

Boulder Colorado nach De Moins in Iowa ergaben sich daraus, dass in dem Zeitfenster in dem die Arbeit entstehen sollte, zwei Veranstaltungen stattfanden, eine Fernsehdebatte der Republikaner in Boulder Colorado und zwei Wochen später die Fernsehdebatte der Demokraten in De Moins in Iowa. Dazwischen liegen so in etwas 800 bis 900 Meilen durch das Nichts. Das war sozusagen mein roter Faden, da ich sonst die Befürchtung hatte, dass die Auswahl wahllos erscheint. Zudem geht diese Strecke genau durch die geografische Mitte der USA. Über Google Streetview erkundete ich ein wenig die Orte und Landschaften. Zum Teil findet man dort gar nichts und nach 60 Meilen ist man plötzlich in einem kleinen Dorf. Ich dachte, es sei ganz gut zwei urbane Räume zu haben.

Zunächst bin ich über Nebraska und danach zurück über Kansas gefahren. Ziel war es zwei politische Antipoden zu zeigen. Nach dem ich die Route hatte, habe ich mir eine Karte angelegt und angefangen die Orte zu recherchieren. Was sind das für Orte? Wie sind diese ausgerichtet? Welche Veranstaltungen gibt es in dieser Zeit etc.. Die Orte hatten alle einen ganz gut gepflegten Veranstaltungskalender. Das war die journalistische Pflichtübung des Ganzen, eine Vorrecherche zu machen und alles genau zu organisieren. Ich würde diese Reise einen geplanten Zufall nennen. Ich hatte alle drei Tage einen fixen Termin aber ich wusste, wenn es mir gar nicht gefällt, dann fahre ich einfach weiter zur nächsten Veranstaltung.

Dear John, © Felix Schmitt

Shorty, 84 ist Veteran des Koreakrieges. Als ‘Color guard’ verwahrt er vor Footballspielen der Highschool in Brush die US-amerikanische Flagge und hisst sie zum Vortrag der Nationalhymne vor jedem Spiel. Brush, Colorado. Dear John, © Felix Schmitt

Dear John, © Felix Schmitt

Ein einsames Auto steht mit brennenden Rücklichtern auf dem Parkplatz des ‘Brush Grocery Kart’ Supermarktes. Viele Supermärkte, auch in den entlegensten Regionen haben 24 Stunden am Tag geöffnet. Brush, Colorado. © Felix Schmitt

Dear John, © Felix Schmitt

Im ‘Heartland Museum of Military Vehicles’ steht das ‘Freedom Board’: Besucher des Museums können den Namen von Verwandten die Dienst beim Militär leisten anbringen. Die gelben Schleifen repräsentieren aktiven Dienst, die schwarzen Schleifen zeigen an, dass die Person gefallen ist.  © Felix Schmitt

Dear John, © Felix Schmitt

Ein Flussbett mit niedrigem Wasserstand. Madison County, Iowa. Dear John, © Felix Schmitt

 

Christian Kuhn: Ich sehe in Deinen Bildern sehr viel Nostalgie. Die Nostalgie der Amerikaner im Hinblick auf Kriege und Veteranen Kult. Denkst Du, dass die Amerikaner zur Nostalgie neigen?

Felix Schmitt: “Die Amerikaner” im Allgemeinen weiß ich nicht. Die Amerikaner dort ja. Der Rust Belt oder der Bible Belt, Nebraska, Colorado, Kansas, Misuri, Iowa, da wo ich Menschen getroffen habe, wo auch die Bilder entstanden sind, definitiv. Ich setze jetzt mal Nostalgie mit einem gewissen Nationaldenken gleich. Aus einer gewissen Notwendigkeit heraus. Ich selbst habe sehr schwierige Gefühle bei Nationalismus und dort habe ich zum ersten Mal auf eine gewisse Art und Weise verstanden, wie das funktionieren kann. Nur eine Szene: Du stehst mitten auf einem Football Feld und da ist Nichts, Nichts um dich herum, nur die 200 anderen Menschen die sich dort für ein Highschool Football Match treffen und dann die Hymne gespielt und alle stehen auf und hören zu oder singen mit, mit der Hand auf dem Herzen über “one nation under god” und was weiß ich und dann funktioniert das plötzlich für einen Moment, weil die Leute eine Idee von Zugehörigkeit und Zusammenhalt brauchen.

Das klingt ein wenig zynisch nach diesem Wahlkampf aber Du brauchst eine Idee, an die du glauben kannst sonst bist du ganz alleine mitten im Nichts. Es ist nicht mehr so wie vor fünfzig Jahren, dass deine persönliche Reichweite von einhundert Meilen in Nebraska war und du alle Leute dort kanntest. Jetzt gibt es sie sozialen Medien und das Internet und du siehst wie groß die Welt ist und wie unbedeutend Du in der großen Weite bist und alles wird über deinen Kopf hinweg entschieden und es gibt keinen Bezug mehr zu diesen Entscheidungen. Genau dann beruft man sich auf solche Dinge zurück, in einer zeitlichen Dimension, in der man denkt “Damals war es schöner und besser und einfach nur weniger kompliziert”, und gleichzeitig verlangt diese Isolation und Abgeschiedenheit, dass man sich auf so etwas verständigt wie Nostalgie und dem Denken als Nation.

Wenn man sich die Frage stellt, wie vereinigt die Vereinigten Staaten eigentlich sind, dann ist das sehr kompliziert, was ja auch Sinn macht denn dieses Land ist viel zu groß. Ein Mensch, der sein Leben lang in Kalifornien lebt und im Silicon Valley arbeitet, dessen Bedürfnisse und Lebenswirklichkeiten haben nichts mit der Lebenswirklichkeit eines Menschen in einer Kleinstadt Colorados, der an der Bundesstraße lebt zu tun. Es gibt natürlich ganz basale Dinge wie die körperliche Unversehrtheit etc.. Von den Lebensrealitäten her geht das so weit auseinander, dass es absurd ist, zu sagen “Das gehört zusammen”. Dem wird eben Ideologie entgegengesetzt wie die Idee und die Flagge und die Armee und der Glaube etc.. Dies führt dann zu einem “Wir-Gefühl”.

Viele junge Frauen in Cowgirl Aufmachung beim ‘Miss Rodeo Nebraska Sendoff evening’. Anlässlich der Abreise der Miss Rodeo Nebraska zum nationalen Wettbewerb ‘Miss Rodeo USA’ gibt es eine Abendveranstaltung zu der Joni Qualm, amtierende Miss Rodeo Nebraska ihre Outfits für den nationalen Wettbewerb präsentiert. North Platte, Nebraska. © Felix Schmitt

Viele junge Frauen in Cowgirl Aufmachung beim ‘Miss Rodeo Nebraska Sendoff evening’. Anlässlich der Abreise der Miss Rodeo Nebraska zum nationalen Wettbewerb ‘Miss Rodeo USA’ gibt es eine Abendveranstaltung zu der Joni Qualm, amtierende Miss Rodeo Nebraska ihre Outfits für den nationalen Wettbewerb präsentiert. North Platte, Nebraska. Dear John, © Felix Schmitt

Im kleinen Postamt in Decateur City, Iowa werden von Farmern die ab von Postrouten wohnen Postfächer genutzt. © Felix Schmitt

Im kleinen Postamt in Decateur City, Iowa werden von Farmern die ab von Postrouten wohnen Postfächer genutzt. Dear John, © Felix Schmitt

Das Fort Sedgewick Museum in Julesburg, Colorado. Das Gemälde zeigt eine Szene aus der Siedlerzeit, gemalt von einer Einwohnerin Julesburgs in den 70er Jahren. Die Museumsführerin erzählt, dass die Malerin eine Sehkraft von gerade mal 5% hatte und nur mithilfe ihres Mannes in den besonders hellen Mittagsstunden im Freien malen konnte. © Felix Schmitt

Das Fort Sedgewick Museum in Julesburg, Colorado. Das Gemälde zeigt eine Szene aus der Siedlerzeit, gemalt von einer Einwohnerin Julesburgs in den 70er Jahren. Die Museumsführerin erzählt, dass die Malerin eine Sehkraft von gerade mal 5% hatte und nur mithilfe ihres Mannes in den besonders hellen Mittagsstunden im Freien malen konnte. © Felix Schmitt

Die Gemeinde der ‘Emmanuel 1st Baptist Church’ beim Gebet während eines Gottesdienstes. Sterling, Colorado. © Felix Schmitt

Die Gemeinde der ‘Emmanuel 1st Baptist Church’ beim Gebet während eines Gottesdienstes. Sterling, Colorado. © Felix Schmitt

Casey Ray Tjaden (38) und Buck Davis (54) bestellen das Land von Casey. Casey Rays drei Geschwister haben die elterliche Farm verlassen, er kümmert sich meistens alleine um die 300 Rinder und die Felder. Im Herbst hilft ihm sein Freund Buck, der eigentlich Bautechniker in Denver, Colorado ist. Madrid, Nebraska. © Felix Schmitt

Casey Ray Tjaden (38) und Buck Davis (54) bestellen das Land von Casey. Casey Rays drei Geschwister haben die elterliche Farm verlassen, er kümmert sich meistens alleine um die 300 Rinder und die Felder. Im Herbst hilft ihm sein Freund Buck, der eigentlich Bautechniker in Denver, Colorado ist. Madrid, Nebraska. © Felix Schmitt

Eine Filiale des Fastfood-Unternehmens Taco Bell in Ft. Morgan, Colorado, im Hintergrund die Zucker-Raffiniere, einer der größten Arbeitgeber der Region. © Felix Schmitt

Eine Filiale des Fastfood-Unternehmens Taco Bell in Ft. Morgan, Colorado, im Hintergrund die Zucker-Raffiniere, einer der größten Arbeitgeber der Region. © Felix Schmitt

Pressevertreter begehen den das Sheslow Auditorium, den Veranstaltungsort der zweiten demokratischen Präsidentschaftsdebatte am 14. November 2015 in Des Moines, Iowa. © Felix Schmitt

Pressevertreter begehen den das Sheslow Auditorium, den Veranstaltungsort der zweiten demokratischen Präsidentschaftsdebatte am 14. November 2015 in Des Moines, Iowa. © Felix Schmitt

Anhänger von Bernie Sanders schauen die zweite Demokratische Fernsehdebatte gemeinsam in einem gemieteten Kino in Des Moines, Iowa. © Felix Schmitt

Anhänger von Bernie Sanders schauen die zweite Demokratische Fernsehdebatte gemeinsam in einem gemieteten Kino in Des Moines, Iowa. © Felix Schmitt

Ein junger Mitarbeiter des Kampagnenteams von Rand Paul wartet in einer ehemaligen Kirche auf dem Campus der Universität in Denver auf Teilnehmer einer Wahlkampfveranstaltung des Kandidaten auf die Nominierung der Republikanischen Partei zur Präsidentschaftswahl. © Felix Schmitt

Ein junger Mitarbeiter des Kampagnenteams von Rand Paul wartet in einer ehemaligen Kirche auf dem Campus der Universität in Denver auf Teilnehmer einer Wahlkampfveranstaltung des Kandidaten auf die Nominierung der Republikanischen Partei zur Präsidentschaftswahl. © Felix Schmitt

Das Geburtshaus von Marion Mitchell Morrison in Winterset, Iowa. Im Alter von vier Jahren zog Morrison mit seinen Eltern nach Kalifornien, wo er später als John Wayne Filmgeschichte schreiben sollte. © Felix Schmitt

Das Geburtshaus von Marion Mitchell Morrison in Winterset, Iowa. Im Alter von vier Jahren zog Morrison mit seinen Eltern nach Kalifornien, wo er später als John Wayne Filmgeschichte schreiben sollte. © Felix Schmitt

Die Smoky Hills in Kansas. Der Bundesstaat ist auch für US-amerikanische Verhältnisse mit 13 Einwohnern pro Quadratkilometer sehr dünn besiedelt. © Felix Schmitt

Die Smoky Hills in Kansas. Der Bundesstaat ist auch für US-amerikanische Verhältnisse mit 13 Einwohnern pro Quadratkilometer sehr dünn besiedelt. © Felix Schmitt

 

“Ein Mensch, der sein Leben lang in Kalifornien lebt und im Silicon Valley arbeitet, dessen Bedürfnisse und Lebenswirklichkeiten haben nichts mit der Lebenswirklichkeit eines Menschen in einer Kleinstadt Colorados, der an der Bundesstraße lebt zu tun.”

 

Für Menschen in Deutschland ist Berlin z. B. ein realer Ort. Durch die kleineren Distanzen ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein Bewohner Deutschlands niemals einen Fuß in die Hauptstadt setzt. Wenn du jedoch mitten im Nirgendwo der USA z. B. Nebraska wohnst, zudem sehr wenig Geld hast, dann wirst du es niemals nach Washington D.C schaffen. Es bleibt immer bei einer medialen Darstellung. Über die Geografie entsteht hier eine Art Unverbundenheit. Es gibt Menschen in den USA, die außer im Fernsehen noch nie in ihrem Leben einen dunkelhäutigen Menschen gesehen haben. Nebraska ist z. B. 96,4 % weiß. Wie wollen die Menschen in Nebraska die Black Lives Matters Bewegung verstehen wenn sie keinen dunkelhäutigen Menschen kennen? Das soll keine Entschuldigung dafür sein, es soll jedoch die Problematik aufzeigen.

Lee Kaizer, 94 ist Veteran des zweiten Weltkrieges. Während seines Dienstes im Pazifikkrieg wurde der Zerstörer auf dem er stationiert war von Kamikaze-Fliegern angegriffen. 70 der 150 Seeleute verloren ihr Leben. Nach dem Krieg kehrt Lee in seine Heimatstadt Julesburg, Colorado zurück. Für über 70 Jahre arbeitete er als Frisör, erst mit 94 legte er seine Arbeit nieder. © Felix Schmitt

Lee Kaizer, 94 ist Veteran des zweiten Weltkrieges. Während seines Dienstes im Pazifikkrieg wurde der Zerstörer auf dem er stationiert war von Kamikaze-Fliegern angegriffen. 70 der 150 Seeleute verloren ihr Leben. Nach dem Krieg kehrt Lee in seine Heimatstadt Julesburg, Colorado zurück. Für über 70 Jahre arbeitete er als Frisör, erst mit 94 legte er seine Arbeit nieder. © Felix Schmitt

Patronenhülsen auf dem Boden von “Ogden’s Best Gun Range” in Ogden, Kansas. In Kansas herrschen sehr liberale Waffengesetze, Schusswaffen müssen nicht registriert werden, Waffen dürfen offen getragen werden, es gibt keine Einschränkungen für Sturmgewehre. Der angeschlossene “Ogden’s Best Gun Shop” wirbt mit dem Slogan: “Biggest Machine Gun Rental in KS!” © Felix Schmitt

Patronenhülsen auf dem Boden von “Ogden’s Best Gun Range” in Ogden, Kansas. In Kansas herrschen sehr liberale Waffengesetze, Schusswaffen müssen nicht registriert werden, Waffen dürfen offen getragen werden, es gibt keine Einschränkungen für Sturmgewehre. Der angeschlossene “Ogden’s Best Gun Shop” wirbt mit dem Slogan: “Biggest Machine Gun Rental in KS!” © Felix Schmitt

Eine Wachsfigur die den Schauspieler John Wayne zeigt. Das John Wayne Birthplace Museum befindet sich in Waynes Geburtsstadt, dem verschlafenen 5000-Seelen-Ort Winterset in Iowa. © Felix Schmitt

Eine Wachsfigur die den Schauspieler John Wayne zeigt. Das John Wayne Birthplace Museum befindet sich in Waynes Geburtsstadt, dem verschlafenen 5000-Seelen-Ort Winterset in Iowa. © Felix Schmitt

Ein Vogelschwarm kreist um eine Tankstelle in den Abendstunden in Hays, Kansas. © Felix Schmitt

Ein Vogelschwarm kreist um eine Tankstelle in den Abendstunden in Hays, Kansas. © Felix Schmitt

Christian Kuhn: Das zeigt doch auch wie zerrissen das Land ist, oder? Auch im Hinblick auf die Religion.

 

Felix Schmitt: Ja, klar. Die Arbeit setzt sich auch mit Flächen für Identifikation auseinander. Je nach dem, wie deine Welt strukturiert ist, je mehr oder weniger Identifikationsflächen brauchst du für dich. Mein Eindruck war schon, dass das wichtig ist. Du brauchst die Kirche, den Sport, einen Pick-Up Truck etc. für ein Gefühl von Zugehörigkeit. In der Stadt hat man viel mehr Möglichkeiten um seine Identität zu definieren. Auf dem Land ist die Auswahl viel beschränkter. Das soll jetzt keine Wertung sein, dass das eine besser und das andere schlechter ist. Am Sonntag gehen eben alle in die Kirche und dann geht man selbst auch hin und gehört dazu und fühlt sich weniger allein.

Zimmer 102, The Grand Motel. Julesburg, Colorado. © Felix Schmitt

Zimmer 102, The Grand Motel. Julesburg, Colorado. Dear John, © Felix Schmitt

Eine Familie auf der Reise zu einer Hochzeit in einem anderen Bundesstaat macht Halt in einem Diner. © Felix Schmitt

Eine Familie auf der Reise zu einer Hochzeit in einem anderen Bundesstaat macht Halt in einem Diner. Dear John, © Felix Schmitt

Kreuzung Highway 83 / Daydream in Oakley, Kansas. © Felix Schmitt

Kreuzung Highway 83 / Daydream in Oakley, Kansas. Dear John, © Felix Schmitt

 

Wenn Euch die Arbeit “Dear John” von Felix gefallen hat könnt Ihr Euch weitere Projekte auf seiner Homepage anschauen: www.felixschmitt.com/

Wer mich und meinen Blog unterstützen möchte kann sich mit mir auf den sozialen Netzwerken anfreunden  (Facebook, Twitter, Instagram oder Pinterest). Bitte liked, shared und kommentiert dort gerne fleißig. Vielen Dank!

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen