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Milos: Türkise Traumwelten

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Der Moment wenn eine Reise losgeht, wenn man einen neuen Ort erkundet und die Magie die dieser Zeit innewohnt, das ist das wunderbare und süchtig machende am Reisen für mich. Wenn man dazu auch noch langsam anreisen kann, sich die Zeit nehmen kann, den Alltag sanft hinter sich zu lassen, und Schritt für Schritt in eine völlig Neue Welt einzutauchen, das ist der wahre Luxus am Reisen.

So oder so ähnlich hätte ich mir meine Anreise mit der Fähre nach Milos gewünscht aber die Realität ist dann oft nicht ganz so gnädig wie die Vorstellung die man von bestimmten Momenten hat. Mit zwei Stunden Verspätung und 5 Stunden unter Deck (wir hatten uns für die “schnellere Fähre” entschieden), kamen wir endlich am Hafen von Milos an. Ja, die Anreise war nicht ganz so geschmeidig wie erwartet aber was uns die kommenden Tage bevorstehen würde, ist an Schönheit, Eleganz und Entspannung fast nicht zu toppen. 

Die beste Reisezeit

Wie sich schnell herausstellt, ist Ende Mai die perfekte Reisezeit, um Milos zu besuchen. An (fast) allen Stränden sind wir fast alleine oder teilen uns die Strandabschnitte mit wenigen Menschen die zum Teil wirklich weit weg von uns liegen. Das Wetter ist zudem unschlagbar. Wir hatten im Durchschnitt 25 Grad, die Sonne scheinte fast den ganzen Tag und das Wasser hatte eine angenehme Temperatur. Milos zeigte sich von seiner besten Seite und umschmeichelte uns mit seinem einzigartigen Charme. 

Warum Milos?

Bei der Entscheidung, welche Inseln wir besuchen werden, half mir vor allem mein griechischer Kollege Dimi. Letztendlich fiel die Entscheidung auf Milos, da ich die Größe perfekt fand. Ich bin kein großer Fan davon über eine Stunde lang durch die Insel zu fahren um an einen schönen, nicht überfüllten Strand zu gelangen. In Milos ist man in ca. 20 Min. vom Norden in den Süden gefahren. Auf dem Weg dorthin kommt man an einer Vielzahl an Stränden vorbei. Sowohl die Strände im Norden als auch jene im Süden sind absolut zu empfehlen. Mit fünf Tagen war unser Aufenthalt fast zu kurz und ich würde mir das nächste Mal definitiv mehr Zeit nehmen.

Die Strände

Norden, Süden, Osten, Westen. Milos ist eine Insel und daher umringt von Wasser. Für mich war klar, dass ich mir so viel wie nur möglich anschauen wollte. Bei unserer Ankunft wurde uns jedoch gesagt, dass wir mit einem normalen Auto nicht in alle Gebiete fahren können, da vor allem der Westen zum Großteil dafür nicht zugänglich ist. Alternative wäre ein 4×4 Wagen gewesen der recht teuer war oder ein Quad, der jedoch recht langsam fährt und zudem keinen Sonnenschutz bietet. Die Idee unserer Gastgeberin war es, eine Bootstour zu machen und so die Westküste zu entdecken. Aber dazu komme ich später. Norden und Süden sind zugänglich und bei der großen Auswahl an unterschiedlichen Stränden wird man auch nicht müde. Der Osten ist, ähnlich wie der Westen, eher schwer zugänglich.

Sarakiniko: Die Griechische Mondlandung

Erster Eindruck: WOW! Zweiter, dritter und vierter Eindruck: WOW, WOW, WOW!!!

Hier schlägt das Instagrammer Herz höher, kein cm dieses Ortes den man nicht irgendwo auf den Sozialen Medien findet. Berechtigt. Sarakiniko ist wirklich einzigartig und surreal. Das weiße Gestein, die weichen Felsformationen im Kontrast zu dem Türkisblau des Meeres sind ein wahrer Augenschmaus. Was die schönen Bilder nicht zeigen sind die relativ vielen Menschen, die sich dort tummeln. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie überlaufen dieser Ort in der Hauptsaison sein muss. Mit dem Tourismus kommt auch der Müll, leider. Der Strand ist definitiv einen Besuch wert aber er lädt aus meiner Sicht nicht zum langen Verweilen ein da die Strandabschnitte sehr klein und voll sind. Wer seine Ruhe möchte, ist hier falsch. Wer schöne Bilder und etwas Action will, ist hier absolut richtig.

 

 

Paliochori: Buntes Treiben

Dieser Strand ist berühmt für seine heißen Unterwasserquellen. Wenn man Schnorchelt, sieht man es sanft Blubbern und am Strand selbst riecht es leicht nach Schwefel. Besonders an Paliochori sind auch die bunten Felsen, die in unterschiedlichsten Farben zu finden sind. Der Strand ist schmal und relativ lang. Im vorderen Teil befinden sich zwei oder drei Strandbars mit Liegen und Schirmen. Der hintere und meiner Meinung nach entspannte und schönere Teil ist der FKK Bereich. Uns hat dieser Strand sehr gut gefallen und wir waren hier relativ oft da uns die Sauberkeit und die Entspannte Stimmung sehr gefallen haben. Wer Paliochori besucht und sich keinen Schirm mieten möchte, sollte sich definitiv am Hafen einen Sonnenschirm kaufen. Es gibt an diesem Strand keinen oder sehr wenig Schatten.

 

Achivadolimni: Ist das hier die Karibik?

Wer lange und wunderschöne Sandstrände mag wird sich hier richtig wohlfühlen. Dieser Strand ist entspannt, hat feinen Sand und das Wasser ist kristallklar. Durch die relativ niedrige Wassertiefe ist die Temperatur des Wassers etwas wärmer als an den anderen Stränden. An windigen Tagen sollte man Achivadolimni nicht besuchen, da der feine Sand herumgewirbelt und schnell mal im Auge landen kann. Für die sonnigen Tage ist er aber mit Schirm völlig zu empfehlen. Am Anfang befindet sich eine Strandbar/Restaurant wo man Schirme und Liegen mieten, aber auch Essen und Trinken kann.

 

Mytakas: Kleine Oase der Stille

Ich lege meine Hand nicht dafür ins Feuer, dass es hier immer so ruhig ist aber als wir hier Ende Mai waren, hatten wir den Strand fast für uns alleine. Mytakas ist ein kleiner aber feiner Sandstrand mit niedriger Wassertiefe. Hier kann man Schnorcheln und sehen wie die Sonne Muster auf den Meeresgrund zaubert. Am Ende des Strandes findet man eine Art halb offene “Höhle” wo sich jedoch immer Leute befinden. Das sieht auch wirklich schön aus und man hat Schatten, aber ansonsten war der Strand lieber. 

 

Die Bootstour: Der Westen hat es in sich 

Auf Anraten unserer Gastgeberin beschlossen wir eine Bootstour zu machen. Der Preis pro Person lag bei 90 € inklusive Verpflegung, Schnorchel-Set und Handtücher. Uns wurde die Oneiro Bootstour empfohlen und wir können diese absolut empfehlen. Elias war unser Kapitän und tat alles, um unser Wohlbefinden zu garantieren. Neben Essen und Trinken (auch Bier und Wein) gab es ordentlich was zu sehen. Diese Bootstour war eine der schönsten Erlebnisse unserer gesamten Reise. Die Insel aus dieser Perspektive zu entdecken, in türkisem Wasser und in kleinen Höhlen zu schnorcheln, Weichkorallen und eine Menge Fische zu sehen, das ganze mit freundlichen Menschen aus Griechenland, Brasilien, Frankreich und den USA, war einfach unglaublich bereichernd. Dieser perfekte Tag wurde mit einer Menge Ouzo beendet und so konnten wir müde und etwas beschwipst unser anschließendes Abendessen mit einem dicken Grinsen genießen.

 

 

Milos: Plaka, Apollonia, Klima und was man sonst noch machen und sehen kann

Wer nicht nur am Strand abhängen und auch etwas von dem Charme der Insel kennenlernen möchte, der sollte unbedingt Orte wie Plaka, Apollonia, Klima und andere besuchen. Milos hat so viele magische Orte, um zu entspannen, sich Sonnenuntergänge anzuschauen, spazieren zu gehen und sich vom Geist dieser Insel verzaubern zu lassen. Je nach Vorliebe und Geschmack findet man was einem gefällt.

Plaka

Ich fasse mich kurz: Plaka ist die “Hauptstadt” der Insel, ein kleines Labyrinth mit pittoresken kleinen Gassen, typischen weißen Häusern, Restaurants, kleinen Cafés, Touri Läden und atemberaubenden Ausblicken. Sowohl am Tag als auch am Abend lohnt sich ein Besuch. Vom Schloss aus hat man einen wunderbaren Blick, um den perfekten Sonnenuntergang zu genießen.

 

Apollonia

Das kleine Städtchen im Nordosten der Insel beherbergt die besten Restaurants auf Milos. Zudem ist es ein sehr romantischer Ort direkt an der Küste. Gialos war eines unserer absoluten Lieblingsrestaurants und befindet sich in Apollonia direkt am kleinen Fischerhafen. Nach dem Essen kann man noch etwas Spazieren gehen und bei Opsidianos einen Kaffee oder Drink mit Blick auf das Meer genießen.

 

Klima

Ja, Klima ist süß. Aber lohnt sich der Besuch? Jaein. Wir sind von unserem Apartment in Triovasalou (hier wohnen die echten griechischen Familien, sehr zu empfehlen) ca. 35-30 Minuten den Berg hinab spaziert, was sehr schön war (wesentlich entspannter als der Rückweg über die Katakomben). Klima ist definitiv ein Hingucker aber es gibt außer ein paar Touri Läden nicht wirklich viel zu tun. Wer sich dennoch dazu entscheidet, sollte sich den Sonnenuntergang dort anschauen um im Anschluss unbedingt bei Methysméni Politeía zu essen. 

 

 

Abschließen möchte ich empfehlen nicht immer nach Plan durch die Insel zu fahren. Lasst euch treiben, verliert euch in den Gässchen, haltet zwischendurch an um euch die atemberaubenden Sonnenuntergänge und Landschaften anzuschauen. Milos ist (noch) nicht vom Tourismus heimgesucht, daher kann man hier relativ ursprüngliche Orte genießen. Dies war die dritte griechische Insel, die ich in meinem Leben besucht habe und ich muss sagen, dass Milos einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen hat. Falls du auch schon einmal auf Milos warst oder vorhast die Insel zu besuchen, würde ich mich freuen von deinen Erfahrungen, Tipps oder Fragen in den Kommentaren zu erfahren. Vielen Dank fürs Vorbeischauen.

 

Milos Soundtrack